Nachbergbau in die HRK-Forschungslandkarte aufgenommen

By 2. September 2019 Neuigkeit

Deutschland ist ein Nachbergbau-Land. Jedes Bundesland ist mehr oder minder von den Folgen des Bergbaus betroffen. Allein in NRW kümmert sich jede zweite Kommune um Nachbergbau, hierzu zählen Themen wie Grubenwasser oder Rekultivierung. Auch in Sachsen oder Niedersachsen hat der teils jahrhundertelange Rohstoffabbau seine Spuren hinterlassen: Mit oberflächennahen Hohlräumen, möglichen Gefahrenstellen, aber ebenso vielen Chancen, die am Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum untersucht werden. Wegen seines zukunftsweisenden Ansatzes wurde der Forschungsschwerpunkt Nachbergbau nun von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in die Forschungslandkarte für Fachhochschulen aufgenommen – und ist damit nun richtungsweisend als eigene akademische Disziplin in Lehre und Forschung angekommen.

In der zweisprachigen Research Map können Forschungsthemen fachlich und regional abgefragt werden. Sie hebt Themenfelder hervor, die mit ihrer Innovationskraft ihre Hochschulen besonders prägen und eine hohe Strahlkraft in der Region haben. All das trifft auf das Forschungszentrum Nachbergbau zu: „Nachbergbau ist die Gesamtheit aller Prozesse und Aufgaben, die sich nach dem eigentlichen Abbaubetrieb in und um die Lagerstätte herum abspielen“, erklärt Prof. Dr. Christian Melchers. „Die wissenschaftliche Begleitung dieser Prozesse ist eine zentrale Zukunftsaufgabe und ermöglicht ein weites Feld für spannende, ingenieurwissenschaftliche Forschung und Lehre. National wie international.“

Um in die HRK-Forschungslandkarte aufgenommen zu werden, hatten die Bochumer einige Kriterien zu erfüllen, z. B. eine bestimmte Anzahl an Kooperationen, wissenschaftlichen Publikationen oder Patentanmeldungen sowie an eingeworbenen Drittmitteln. Außerdem müssen die Forschungsvorhaben interdisziplinär angelegt sein und sich großen gesellschaftlichen Herausforderungen widmen.

Dies erfüllt das FZN: „In aktuellen Projekten legen wir den Fokus auf die sogenannten Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus und untersuchen, was nötig ist, um frühere Bergbauregionen zukunftsfähig zu machen“, sagt Prof. Melchers. Dazu entwickelt das Forschungszentrum Nachbergbau u.a. eigene innovative Monitoringsysteme und betreibt aktives Wissensmanagement, von dem auch der Studiengang „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“ an der Technischen Hochschule Georg Agricola profitiert. In dem deutschlandweit einzigartigen Master-Programm lernen die Studierenden, verantwortungsvoll mit den Hinterlassenschaften des Bergbaus umzugehen und nachhaltige Folgenutzungen zu schaffen.

 

Hier geht es zur Forschungslandkarte:
http://www.forschungslandkarte.de/profilbildende-forschung-an-fachhochschulen/kartensuche.html

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