Projekt

Klima.Franziska

Klimaresilientes Maßnahmenkonzept zur Nutzung von ehemaligen Grubenbauten in urbanen Betrachtungsräumen im Rahmen der Klimafolgenanpassung am Beispiel des Franziska Erbstollens in Witten

Foto: FZN

„Klima.Franziska“ ist eine Forschungskooperation zur Entwicklung eines klimaresilienten Maßnahmenkonzepts für die Nutzung ehemaliger bergbaulicher Grubenbauten in urbanen Räumen – exemplarisch am Franziska-Erbstollen in Witten. Die enge Forschungskooperation mit der Stadt Witten ist dadurch charakterisiert, dass sie starke Überschneidungen zu deren städtebaulichen und klimaresilienten Konzepten aufweist (Klimafolgenanpassungskonzept, Klimaresilientes Maßnahmenkonzept, Kommunale Wärmeplanung & Kommunales Starkregenmanagement).

Im Fokus steht dabei, wie die untertägige Infrastruktur für Klimafolgenanpassung und Energiewende konkret kommunal nutzbar gemacht werden kann.

Das Projekt unterteilt sich auf diese Themenkomplexe:

  1. Klimawandel ‐ Starkregenereignisse, Schwammstadt – (Zwischen‐)Speicherung von Regenwasser in ehemaligen, bergbaulichen Strukturen als Retentionsraum und als Wasser zur Bewässerung.
  2. Energiewende ‐ Geothermische Wärmegewinnung – Nutzung des geogen erwärmten Grubenwassers.

Klima.Franziska definiert sich hierbei durch die enge Zusammenarbeit der Stadt Witten mit dem FZN / der THGA (Prof. Dr. Tobias Rudolph, Prof. Dr. iur. Isabella Risini, Dr.-Ing. Sebastian Westermann, Prof. Dr.-Ing. Peter Goerke-Mallet & Prof. Dr. rer. nat. Benedikt Ahrens).

Projektziele

  • Wissenschaftliche Betrachtung einer möglichen geothermischen Nutzung des Franziska Erbstollens im Zusammenhang mit den Klimakonzepten der Stadt Witten. Hierbei Prüfung der geothermischen Nutzung des Grubenwassers.
  • Erarbeitung eines klimaresilienten Maßnahmenkonzepts zur kommunalen Inwertsetzung des Franziska-Erbstollens unter Einbindung bestehender städtischer Klimakonzepte.
  • Wissenschaftliche Bewertung, inwieweit bergbauliche Strukturen zur (Zwischen-)Speicherung von Niederschlagswasser (Stichwort Schwammstadt / Starkregenereignisse) beitragen können.
  • Aufbau einer GIS-basierten Datengrundlage und Ausweisung relevanter bergbaulicher Strukturen als Planungsbasis.

Fotos: FZN

Projektlaufzeit

Veranschlagte Dauer: 01.10.2025  – 31.03.2027

Betrachtungsraum

Karte von Witten mit dem Standort des Franziska Erbstollen

Quelle: Stadt Witten, Amt für Bodenmanagement und Wirtschaftsförderung

Hintergrund

Das Forschungszentrum Nachbergbau der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) hat bereits in den Jahren von 2019 bis heute den Franziska Erbstollen hinsichtlich seiner Historie, seinen Zuläufen und den hydraulischen Wegsamkeiten erkundet.

Der Oberlauf des Franziska Erbstollens ist jedoch bisher noch nicht vollständig erkundet worden, da er vom Mundloch aus nicht begehbar ist. Das Erbstollensystem erstreckt sich nach Nordosten unter den urbanen Stadtteilen von Witten‐Annen und Witten Mitte. Als globaler Einfluss verlangt der Klimawandel mit den bereits zu verzeichnenden steigenden Klimarisiken hierbei nach Maßnahmen. Insbesondere Starkregen, Hitze und Trockenheit haben Einfluss auf urbane Strukturen sowie auf die Einwohner. Als Handlungsinstrument zeigt das Schwammstadt‐Prinzip klimaresiliente Umgangsweisen auf, wie mit Wasser in den Städten künftig umgegangen wird. Hier kommt bei Hitze und Trockenheit die Kühlung und Bewässerung von urbanen Ökosystemen zum Tragen. Bei Starkregenereignissen werden zur Reduzierung von Schäden an der urbanen Infrastruktur Abflussmöglichkeiten und Retentionsflächen im Stadtraum geschaffen. Hierbei untersucht das Projekt Klima.Franziska nach Möglichkeiten der Nutzung des Erbstollens in Bezug zu einer angestrebten höheren Klimaresilienz (z.B. zur Kühlung und Bewässerung und bei Starkregenereignissen) als auch zur geothermischen Nutzung des Grubenwassers.

Vorgehen

Der Projektverlauf von Klima.Franziska gliedert sich in diese Schritte / Arbeitspakete:

  1. Grundlagenermittlung und raumzeitliche Integration von Geodaten
  2. Rechtliche Bewertung
  3. Begehung des Untersuchungsgebietes / Untersuchungen (GIS, Probenahmen)
  4. Konzeptentwicklung
  5. Abschlussbericht
  6. Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftliche Publikationen

Kooperation

Logo der Stadt Witten | © Stadt Witten

Die Stadt Witten ist Kooperationspartner, kommunaler Vertreter und Flächeneigentümer und liefert u. a. Zielvorgaben aus ihren städtebaulichen und klimaresilienten Konzepten. Einbezogen werden relevante städtische Stellen (u. a. Klimafolgenanpassung/Schwammstadt, kommunale Wärmeplanung, Starkregenmanagement/Entwässerung).

Zusätzlich ist fachlicher Austausch mit Altbergbaugesellschaften, der Bezirksregierung Arnsberg (Abteilung 6 – Bergbau und Energie in NRW) und dem NRW Wirtschaftsministerium vorgesehen.

Kontakt

Prof. Dr. Tobias Rudolph

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 101

Tel 0234 968 3682
Mail tobias.rudolph@thga.de

Prof. Dr.-Ing. Peter Goerke-Mallet

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 206

Tel 0234 968 3289
Mail peter.goerke-mallet@thga.de

Dies ist ein Portraitbild von Dr. Sebastian Westermann. Er hat blau-graue Augen, kurze braune Haare und einen Bart. Unter seinem schwarzen Jacket trägt Westermann ein hellblaues Hemd.

Dr.-Ing. Sebastian Westermann

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 203

Tel 0234 968 3275
Mail sebastian.westermann@thga.de

Prof. Dr. iur. Isabella Risini

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 1, Raum 312

Tel 0234 968 3219
Mail isabella.risini@thga.de

Prof. Dr. rer. nat. Benedikt Ahrens

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 1, Raum 313

Tel 0234 968 3375
Mail benedikt.ahrens@thga.de