Projekt

Aktueller Stand von Messverfahren zur Umsetzung der EU-Methanverordnung in Upstream, Transport und
Speicherung

Erfassung und Evaluierung von bestehenden Methanmessmethoden für die Öl- und Gasindustrie

Foto: FZN

Das Projekt „Aktueller Stand von Messverfahren zur Umsetzung der EU-Methanverordnung in Upstream, Transport und Speicherung“ untersucht, welche verfügbaren Methanmessverfahren die Anforderungen der EU-Methanverordnung 2024/1787 im deutschen Gasinfrastruktur-Kontext zuverlässig erfüllen können. Im Mittelpunkt stehen die systematische Erfassung und Bewertung etablierter sowie neuer Messtechnologien, darunter tragbare Analysegeräte, optische und lasergestützte Verfahren sowie drohnen- und satellitengestützte Systeme. Ergänzend zur Literaturanalyse werden strukturierte Interviews mit Betreibern und Fachleuten durchgeführt, um den praktischen Stand der Technik, bestehende Herausforderungen und zukünftige Bedarfe zu erfassen.

Auf dieser Grundlage vergleicht das Projekt die Leistungsfähigkeit, Unsicherheiten und Einsatzgrenzen der Verfahren und entwickelt wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Auswahl geeigneter Messmethoden. Ziel ist es, eine evidenzbasierte Grundlage für die praktische Umsetzung und Harmonisierung von Methanmessverfahren in Deutschland und Europa bereitzustellen.

Projektziele

  • Systematische Erfassung und Charakterisierung von Messtechnologien für mobile und stationäre Methanmessungen in der Öl- und Gasindustrie.
  • Bewertung von Detektionsgrenzen und Messunsicherheiten verschiedener Messverfahren im Hinblick auf die Anforderungen der EU-Methanverordnung 2024/1787.
  • Analyse der Vergleichbarkeit von Messergebnissen unterschiedlicher Messtechnologien, insbesondere im Hinblick auf die Umrechnung von Luftkonzentrationen in Emissionsraten.
  • Erhebung des praktischen Stands der Technik durch strukturierte Interviews mit Betreibern und Fachleuten aus der Öl- und Gasindustrie.
  • Identifikation von Herausforderungen, Anwendungsgrenzen und Entwicklungsbedarfen bei der praktischen Umsetzung von Methanmessungen.
  • Ableitung wissenschaftlich fundierter Handlungsempfehlungen zur Auswahl geeigneter Messmethoden unter Berücksichtigung von EU-Compliance, Datenqualität, Kosteneffizienz und Anlagenspezifika.
  • Schaffung einer evidenzbasierten Grundlage für die Harmonisierung von Messmethoden im deutschen und europäischen Gasinfrastruktur-Kontext.

Fotos: FZN

Projektlaufzeit

01.07.2026 – 31.12.2026

Hintergrund

Mit der EU-Methanverordnung 2024/1787 gelten erstmals verbindliche Anforderungen zur Erkennung und Reparatur von Methanleckagen in der Öl- und Gasindustrie. Für Betreiber von Gasinfrastrukturen in den Bereichen Produktion, Transport und Speicherung entsteht damit ein erheblicher Handlungsbedarf, geeignete Messverfahren auszuwählen und regulatorisch belastbar einzusetzen. Gleichzeitig steht eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien zur Verfügung, deren Detektionsgrenzen, Messunsicherheiten und praktische Eignung stark variieren. Für den deutschen Kontext fehlt bislang jedoch eine systematische und praxisnahe Bewertung dieser Verfahren. Das Projekt greift diese Lücke auf und schafft eine wissenschaftliche Grundlage für die Auswahl, Vergleichbarkeit und Weiterentwicklung geeigneter Methanmessmethoden.

Vorgehen

Das Projekt folgt einem systematischen, wissenschaftlich fundierten Vorgehen, das Literaturauswertung und empirische Erhebung miteinander verbindet. Zunächst werden verfügbare Methanmessverfahren für die Öl- und Gasindustrie umfassend erfasst und anhand von Fachliteratur, Normen und Herstellerangaben hinsichtlich Detektionsgrenzen, Messunsicherheiten und praktischer Einsatzvoraussetzungen charakterisiert. Dazu zählen insbesondere tragbare Analysegeräte, optische und lasergestützte Verfahren sowie drohnen- und satellitengestützte Systeme.

Ergänzend werden strukturierte Interviews mit bis zu zehn Betreibern und Fachleuten durchgeführt, um den praktischen Stand der Technik, Erfahrungen bei der Anwendung, bestehende Herausforderungen und zukünftige Bedarfe zu erfassen. Die Ergebnisse aus Literatur und Interviews werden anschließend in einer vergleichenden Analyse zusammengeführt, um die Effektivität, Effizienz und Vergleichbarkeit der Messverfahren im Hinblick auf die Anforderungen der EU-Methanverordnung 2024/1787 zu bewerten. Darauf aufbauend werden wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Auswahl geeigneter Messmethoden im deutschen Gasinfrastruktur-Kontext abgeleitet.

Kooperation


Das Projekt ist eine Forschungskooperation zwischen der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe e.V. (DGMK) und dem Forschungszentrum Nachbergbau.

Kontakt

Dipl.-Geogr. Dennis Pulimittathu

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 210

Tel 0234 968 3811
Mail dennis.pulimittathu@thga.de

Prof. Dr. Tobias Rudolph

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 101

Tel 0234 968 3682
Mail tobias.rudolph@thga.de

Dr.-Ing. Benjamin Haske

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 102

Tel 0234 968 3667
Mail benjamin.haske@thga.de