GeoDroPh
Georeferenzierte Drohnen-Photos
Drohnenpilot:innen stehen im Gelände vor der Herausforderung, schnell bewerten zu müssen, ob ein Drohnenflug erfolgreich war oder nicht. Im schlimmsten Fall stellt sich das erst beim aufwendigen Prozess der Orthobild-Herstellung über den photogrammetrische Standardprozess heraus. Je nach Datensatz kann sich dieser Prozess über Stunden oder sogar Tage hinziehen. Im Zweifel muss eine Befliegungs-Kampagne aufwendig wiederholt werden. In anderen Situationen möchte man bereits im Gelände Einzelaspekte im Zusammenhang mit anderen Geodaten bewerten, was aktuell ohne das photogrammetrische Standardverfahren nicht funktioniert, da den Bildern die korrekte Georeferenz fehlt. Denn bei Drohnenbildern handelt es sich oft um JPGs oder TIFFs mit nur einer Koordinate im Bildmittelpunkt und ohne jede Bildorientierung.
Projektziele
Mit GeoDroph wird ein PlugIn für die OpenSource-Software QGIS geschaffen, die in der Lage ist, Einzelbilder unter Umgehung des photogrammetrischen Standardprozesses lagekorrekt im der GIS-Software QGIS abzuilegen. Ziel ist eine schnelle Bewertung des Erfolgs einer Befliegungs-Kampagne. Auch in Notsituationen, etwa beim Einsatz von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), hilft diese schnelle Georeferenzierung bei der Lagebewertung vor Ort, ohne dass lange Wartezeiten bei der Herstellung eines Orthophotos (Bildverbandes) resultieren.
Methodik
Im Wesentlichen werden alle Informationen genutzt, die in den sogenannten EXIF-Daten der JPGs und TIFFs enthalten sind. Hier werden seitens der Drohnensoftware bei der Bilderfassung nützliche Informationen abgelegt. Das sind etwa Höhe über dem Startpunkt (Bildmaßstab), Daten der Inertialeinheit (Inertial Mesurement Unit – IMU; Roll, Pitch, Yaw für die Lage des Bildes im Raum), Magnetkompass (zusätzliche Information zur Himmelsrichtung) oder bspw. Kameraparameter (Belichtung, Kammerkonstante) etc. abgelegt. Diese Daten werden ausgelesen und dem Bild korrekt zugeordnet, so dass es im GIS maßstabsgetreu und korrekt ausgerichtet abgelegt werden kann.
Projektlaufzeit
01.04.2026 – 30.09.2026
Projektförderung

Gefördert wird die Entwicklung des PlugIns über das transnationale Interreg NWE – Projekt FlashFloodBreaker, das Regionen resilienter gegen zunehmend extreme Sturzflutereignisse machen soll. Mit der Emschergenossenschaft als Lead Partner arbeiten hierbei Wasserverbände, Regionale Behörden/Krisenzentren, Feuerwehren und auch Forschungsinstitute von Universitäten aus sechs Ländern Nordwesteuropas zusammen.
Weitere Informationen:
- Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV)
- FlashFloodBreaker: Make North-West Europe resilient against increasing extreme flash flood events
- Drohnen als Mittel zur Lagedarstellung (Teil 1) – Eine Bewertung von Nutzbarkeit, Qualität und Geschwindigkeit des Drohneneinsatzes.
– in: FEUERWEHReinsatz:nrw - Drohnen als Mittel zur Lagedarstellung (Teil 2) – Integration von Befliegungsergebnissen unter erschwerten Bedingungen.
– in: FEUERWEHReinsatz:nrw
Kontakt
Dr. rer. nat. Bodo Bernsdorf
TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 102
Tel 0234 968 4210
Mail bodo.bernsdorf@thga.de
