Fachreise des FZN stärkt deutsch-chinesischen Austausch zum Nachbergbau

By 1. Juli 2026Juli 13th, 2026Networking

Für das Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) reiste Dr. des. Julia Haske nach Peking, um den fachlichen Austausch mit führenden chinesischen Institutionen zu Transformation, Flächennachnutzung und ökologischem Management im Nachbergbau zu vertiefen. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit dem Appraisal Center for Environment & Engineering (ACEE), der China University of Mining and Technology in Beijing sowie der China Coal Technology and Engineering Group (CCTEG).

Vom 19. bis 21. Mai 2026 unternahm Dr. des. Julia Haske, Leiterin des Forschungsbereichs „Land Use & Transition“, für das Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) der THGA eine Fachreise nach Peking. Ziel der Reise war es, den internationalen Wissenstransfer zu Fragen des Nachbergbaus, der Stadt- und Flächentransformation sowie der ökologischen Sanierung von Bergbaufolgelandschaften weiter auszubauen.

Ein zentraler Termin war am 19. Mai 2026 der Besuch des Appraisal Center for Environment & Engineering (ACEE) des chinesischen Ministeriums für Ökologie und Umwelt. Im Rahmen eines technischen Austauschs zum Thema „Wandel und Wiederbelebung von Städten mit erschöpften Bodenschätzen in China und Deutschland“ stellte Dr. des. Julia Haske die deutschen Erfahrungen zu sozioökonomischer Analyse, der Transformation politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen, nachhaltigem Landmanagement, Landrestaurierung sowie Nachnutzungsmodellen von Bergbauflächen vor. Dr.-Ing. Benjamin Haske ergänzte den Beitrag des FZN mit Einblicken in geographische und umwelttechnische Monitoringmethoden, darunter drohnenbasierte Analysen von Vegetation und Bodenbewegungen.

Die chinesischen Partner präsentierten ihrerseits Ansätze zur ökologischen Sanierung von Bergwerken, zur Umweltverträglichkeitsprüfung in der Kohleindustrie, zu CO₂-Minderungsstrategien in der Kohlechemie sowie zu rechtlichen Instrumenten bei der Transformation im Bergbau. Der Austausch machte deutlich, wie stark beide Seiten von einem vergleichenden Blick auf Transformationsprozesse in ehemaligen Bergbau- und Industrieregionen profitieren können.

Der Shougang-Park in Peking als Beispiel der Neunutzung industriellen Raums: Heute verbindet das Gelände eines ehemaligen Stahlwerks Industriekultur mit moderner Architektur, Sportstätten und Naherholungsgebieten.

Im Anschluss besuchte die Delegation den Shougang-Park in Peking. Das ehemalige Eisen- und Stahlareal gilt als beispielhaft für die gelungene Umnutzung industrieller Standorte: Historische Industrieanlagen bleiben als Zeugnisse der Industriekultur erhalten und werden zugleich in moderne städtische Nutzungen integriert – mit Grün- und Wasserflächen, Freizeitangeboten, Kultur- und Bürostandorten. Damit bot der Besuch wertvolle Anknüpfungspunkte für die Diskussion um Nachnutzungsstrategien im Ruhrgebiet und anderen Transformationsregionen.

Am 20. Mai 2026 stand der Austausch mit der China University of Mining and Technology, Beijing (CUMTB) im Mittelpunkt. Besprochen wurde das jeweilige Verständnis von Nachbergbau in China und Deutschland sowie die Rolle von Forschung und Lehre in diesem Feld. Das FZN stellte dabei seine Arbeit und seine fachlichen Schwerpunkte vor. Darüber hinaus wurden Perspektiven für die wissenschaftliche Vernetzung und mögliche zukünftige Kooperationen ausgelotet. Ein Rundgang durch die Labore der Universität vermittelte zudem Einblicke in geotechnische Modellierungen und studentische Forschungsarbeiten.

Am 21. Mai 2026 folgte ein weiterer Programmpunkt bei der China Coal Technology and Engineering Group (CCTEG) Beijing. Dort standen Fallbeispiele der Nachbergbautransformation, Renaturierungsmaßnahmen, Standardisierungsprozesse sowie politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in chinesischen Provinzen auf der Agenda. Die Gespräche verdeutlichten die große strategische Bedeutung des Themas in China und eröffneten zugleich neue Perspektiven für einen vertieften fachlichen Austausch zwischen den beteiligten Institutionen.

Die Reise hat gezeigt, dass viele Herausforderungen des Nachbergbaus international vergleichbar sind – etwa bei der ökologischen Sanierung, der Entwicklung tragfähiger Nachnutzungskonzepte, dem Schutz industriellen Erbes und der Stärkung regionaler Resilienz. Zugleich wurde deutlich, dass sich aus dem deutsch-chinesischen Dialog wichtige Impulse für Forschung, Praxis und künftige Zusammenarbeit ableiten lassen.

Fotos auf dieser Webseite: FZN

Kontakt

Dr. des. Julia Haske

TH Georg Agricola
Herner Str. 45
44787 Bochum
Gebäude 2, Raum 103

Tel 0234 968 4147
Mail julia.haske@thga.de

de_DEDE