Die Partnerschaft von FZN und Fraunhofer IEG wurde durch die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) im Deutschen Bergbau-Museum besiegelt. V.l.: Elke Mugova (Fraunhofer IEG), Dr. Florian Hahn (Fraunhofer IEG), Dr. Frank Sachse (Fraunhofer IEG), Prof. Christian Melchers (Leiter FZN), Dr. Sebastian Westerman (FZN), Ulrich Wessel (Mitglied der Geschäftsführung der DMT-LB)
© Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate
Grubenwasser, unterirdische Hohlräume und bergbauliche Infrastrukturen sind mehr als ein Erbe des Bergbaus: Sie bieten wertvolle Potenziale für Wärme, Kühlung und Energiespeicherung. Mit einem Memorandum of Understanding (MoU) schaffen das Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) und die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG nun die Grundlage für eine strategische Zusammenarbeit.
Die Transformation ehemaliger Bergbauregionen braucht neue Ideen, tragfähige Technologien und starke Partnerschaften. Genau hier setzt das MoU zwischen dem FZN und Fraunhofer IEG an. Schon länger im engen Austausch, wollen die beiden in Bochum ansässigen Forschungseinrichtungen ihre Kompetenzen noch weiter verzahnen, die nachhaltige Nachnutzung nachbergbaulicher Strukturen vorantreiben und gemeinsam Lösungen für die Energie- und Wärmewende entwickeln.
Im Mittelpunkt dabei steht die Frage, wie vorhandene bergbauliche Infrastrukturen intelligent für die Zukunft genutzt werden können. Dazu gehören insbesondere die Inwertsetzung von Grubenwasser und unterirdischen Hohlräumen zum Heizen, Kühlen und Speichern – etwa im Bereich der Grubenwassergeothermie. Auch die gemeinsame Nutzung von Messinfrastrukturen, kooperative Forschungsprojekte sowie der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis sind zentrale Bausteine der Vereinbarung.
© Philip Lehmann, NRW.Energy4Climate
Für Prof. Christian Melchers, Leiter des Forschungszentrums Nachbergbau, liegt gerade in der Verbindung unterschiedlicher Perspektiven und Kompetenzen die besondere Stärke der neuen Partnerschaft:
„Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nicht in einzelnen Disziplinen lösen. Wir müssen vorhandenes Wissen, neue Technologien und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Genau darin liegt für uns der besondere Wert der Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IEG. Gemeinsam wollen wir neue Ideen entwickeln und zeigen, wie aus nachbergbaulichen Strukturen Lösungen für die Zukunft entstehen können.“
Das MoU schafft einen Rahmen für den interdisziplinären Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Forschungsvorhaben – von der gemeinsamen Antragstellung in nationalen und internationalen Förderprogrammen über Fachveröffentlichungen und Veranstaltungen bis hin zur Nachwuchsförderung. Dabei sollen ökologische, technologische, rechtliche und sozioökonomische Aspekte der Energietransformation gleichermaßen berücksichtigt werden.
Welche Chancen sich daraus für die Region ergeben, unterstreicht Dr. Florian Hahn, Leiter des Kompetenzzentrums Bergbaufolgenutzung am Fraunhofer IEG:
„Die Zusammenarbeit zwischen der Technischen Hochschule Georg Agricola und dem Fraunhofer IEG verbindet komplementäre Stärken: Die Hochschule verfügt über exzellente Kompetenzen in der Ausbildung und Forschung rund um Bergbau, Nachbergbau und Georessourcen, während das Fraunhofer IEG darauf spezialisiert ist, neue Technologien gemeinsam mit Wirtschaft und öffentlicher Hand in die Anwendung zu bringen. Dadurch können Forschungsergebnisse deutlich schneller in die Praxis überführt werden.
Für das Ruhrgebiet ist dies eine große Chance. Die Region verfügt über einzigartige Erfahrungen und Infrastrukturen aus dem Bergbau, die heute für die Energiewende genutzt werden können. Gemeinsam können wir innovative Lösungen entwickeln, die den Strukturwandel aktiv gestalten, neue Wertschöpfung schaffen und das Ruhrgebiet als führenden Standort für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien stärken.“
Somit setzt das im Deutschen Bergbau-Museum unterzeichnete Kooperationsabkommen von FZN und Fraunhofer IEG ein starkes Zeichen für die Transformation, Zukunftsfähigkeit, Technologieoffenheit und nachhaltige Energieversorgung in der Region.



