Foto: © IMWA
Bei der IMWA 2026 vom 5. bis 10. Juli in Jeongseon präsentierte das FZN seine Forschung zu Grubenwasser, Nachbergbau und nachhaltigen Lösungen für ehemalige Bergbauregionen einem internationalen Fachpublikum. Der Tagungsort in der südkoreanischen Provinz Gangwon-do war dabei auch strategisch von besonderer Bedeutung, da das FZN und die DMT-LB seit 2025 enge Beziehungen in die Region pflegen. Mit insgesamt vier Fachbeiträgen unterstrich das FZN seine Expertise in den Bereichen Umweltmonitoring, Bergbaufolgen und Rohstoffrückgewinnung.
Für das FZN ist es gelebte Tradition an den jährlichen Konferenzen der International Mine Water Association (IMWA) teilzunehmen. Nach den Teilnahmen in Ländern wie Südafrika, Portugal, Spanien und den USA stand nun Südkorea auf der Agenda. In der gelungenen und von intensiven wie gewinnbringenden Austausch geprägten mehrtägigen Veranstaltung konnten Dr. Barbara Teichert, Hernan Flores und Simon Nikutta nicht nur eine spannende Nachbergbauregion kennenlernen. Vielmehr konnten sie vor internationalem Fachpublkum ihre Forschungsarbeit präsentieren.
Fotos: FZN
Geografisch weit entfernt, fand die IMWA 2026 unter dem Motto „Sustainability & Efficiency“ in Jeongseon statt. Doch angesichts vergleichbarer Aufgaben nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland und den bereits engen Beziehungen des FZN zun Südkorea rückte diese Distanz eindrucksvoll zusammen. Der Veranstaltungsort Jeongseon liegt in der Provinz Gangwon-do, mit der das FZN und die DMT-LB bereits seit 2025 enge Beziehungen pflegen, deren Fundament bei einem Delegationsbesuch nach Bochum gelegt wurde. Auf die Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens folgte eine Reise von Prof. Christian Melchers und Dr. des. Julia Haske in die nordöstlich gelegene – von den Herausforderungen des Ausstiegs aus dem Steinkohlebergbau geprägten –Provinz Gangwon-do.
Diese bergbauliche Geschichte gilt auch im hohen Maße für den IMWA-Veranstaltungsort Jeongseon und insbesondere die Orte Gohan und Sabuk, welche stark durch den ehemaligen Steinkohlenbergbau geprägt sind. Aus dem Ruhrgebiet kommend, war es für das FZN-Team so auch spannend vor Ort zu erleben, wie sich mit dem High1 Resort ein Teil der früheren Bergbauregion zu einem Tourismus-, Freizeit- und Kongressstandort weiterentwickelt hat. Zweifellos ist die Region somit ein anschauliches Beispiel für Strukturwandel und die Gestaltung des Nachbergbaus und bietet viele Anknüpfungspunkte für den weiteren Austausch zwischen Gangwon-do und FZN-Wissenschaftler:innen.
Fotos: © IMWA / FZN
Vielfältige Konferenzthemen bei der IMWA 2026
Die Konferenz widmete sich zentralen Herausforderungen und Lösungen im Umgang mit Grubenwasser, wie der Vermeidung und Behandlung saurer Grubenwässer über hydrogeologische und geochemische Prozesse bis hin zum nachhaltigen Management von Wasserressourcen. Ein weiterer Schwerpunkt der IMWA 2026 lag auf den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen aktiver und stillgelegter Bergwerke, etwa bei Altlasten, Tailings, Landrehabilitierung und dem Schutz von Grund- und Oberflächenwasser. Zugleich standen innovative Ansätze im Fokus, darunter aktive und passive Aufbereitungsmethoden, naturbasierte Lösungen sowie der Einsatz von Technologien wie KI, Sensorik, Drohnen und Robotik. Ergänzt wurde das Programm durch Themen wie Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft, die Nutzung von Grubenwasser für Geothermie sowie internationale Fallstudien, die praxisnahe Einblicke in erfolgreiche Strategien zur Bewältigung des Nachbergbaus geben konnten.
Von Seiten des FZN wurden insgesamt vier Beiträge präsentiert:
- Hernan Flores, Barbara Teichert, Simon Nikutta und Tobias Rudolph:
Multi-Temporal UAV Hyperspectral Monitoring of a Mine-Water Influenced Pond System: Harpener Teiche (Germany)
Download (PDF) - Barbara Teichert, Simon Nikutta, Harald Strauss, Svenja Weinand und Sebastian Westermann:
Impacts of Extreme Precipitation on Abandoned Mines: A Case Study from North Rhine-Westphalia, Germany
Download (PDF) - Simon Nikutta, Barbara Teichert und Harald Strauss:
Modeling of Pyrite Oxidation and Sulfate Reduction in Former German Hard Coal Mines
Download (PDF) - Hernan Flores, Bastian Reker, Tansel Dogan, Antonio Marquez, Alicja Krzemień und Vlad Mihai Păsculescu:
Revalorization of Coal Waste Facilities: The CRMsDataSpace EU Approach
Download (PDF)
Über den fachlichen Austausch und die Vorträge hinaus, bot die IMWA 2026 zudem eine hervorragende Gelegenheit für die FZN-Wissenschaftler:innen die jüngst fertiggestellte Mine Water Map vorzustellen und für die internationalen IMWA-Community sichtbar zu machen. Die Mine Water Map als GIS-basierte, wissenschaftliche Datenbank hat bereits rund 11.000 geflutete bzw. stillgelegte Bergwerke in Europa in Form einer interaktiven Karte aufgenommen und bietet die Möglichkeit sich frei zugänglich zu Grubenwasser / Grubenwasseranstiegskurven, Geologie und Hydrogeologie zu informieren.
Der internationale Austausch wird beim nächsten IMWA-Kongress fortgesetzt, der vom 6. bis 9. September 2027 unter dem Motto „Mining Legacy and Opportunities“ in Košice (Slowakei) stattfinden wird.
Das ist die International Mine Water Association (IMWA)
Die International Mine Water Association (IMWA) ist ein internationales Fachnetzwerk für alle Themen rund um Grubenwasser und die Wasserfolgen des Bergbaus.
Sie bringt Fachleute aus Wissenschaft, Industrie, Ingenieurpraxis und Behörden zusammen, die sich mit Fragen wie diesen beschäftigen:
- Wasser in aktiven und stillgelegten Bergwerken
- Grubenwasserhaltung und Wasserbehandlung / Wasseraufbereitung
- Umweltfolgen des Bergbaus
- Altlasten- und Nachbergbaufragen
- Nachhaltige Lösungen für ehemalige Bergbauregionen























