Foto: © Judith Büthe / Business Metropole Ruhr
Unter dem Titel „Wettbewerbsfähig bleiben durch Transformation“ kamen die Projekte des 5-StandorteProgramms im ZESS auf MARK 51°7 in Bochum zusammen und machten sichtbar, wie innovativ und zukunftsgerichtet sie sich wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben stellen. Mit dabei war Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die das Zusammenspiel von ökologischer und ökonomischer Transformation sowie Ausblicke für den Wirtschaftsstandort Ruhrgebiet thematisierte.
Vom Bergbau über die Automobilindustrie hin zu Hightech, Digitalisierung, IT-Unternehmen, Start-ups und Forschung: So lässt sich der Wandel auf dem ehemaligen Opelgelände MARK 51°7 beschreiben, auf der auch das Zentrum für das Engineering Smarter Produkt-Service Systeme (ZESS) beheimatet ist. Passend zum Leitmotiv und dem Veranstaltungstitel „Wettbewerbsfähig bleiben durch Transformation“, fanden sich in den Räumlichkeiten des ZESS – also an einem Ort der gelungenen Transformation – am 8. Juli 2026 die Projekte des 5-StandorteProgramms zusammen, um hierbei ihre innovativen Ideen und den Mut zum Wandel in der Region sichtbar zu machen.
Organisiert von der Business Metropole Ruhr und eröffnet von Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat sowie Jörg Kemna (Vorsitzender der Geschäftsführung der Business Metropole Ruhr GmbH), war das Event durch thematisch abwechslungsreiche Paneldiskussionen geprägt. Abseits von engagierten Diskussionen und von einleitenden Vorträgen, wurde die Möglichkeit von den Teilnehmer:innen genutzt, an Ständen die Projekte des 5-StandorteProgramms zu erkunden. Doch ebenso konnten sich – an einem Veranstaltungsort gebündelt – die einzelnen Projekte und Projektverantwortlichen untereinander kennenlernen und in den Austausch gehen.
Fotos: Christian Teichmann
„Grüne Industrieregion“: TGÖ wird bei Diskussion mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur vorgestellt
Einen besonderen Akzent setzte die abschließende Paneldiskussion „Die Grüne Industrieregion: Mit neuen Ideen zu mehr Nachhaltigkeit und Resilienz in der Wirtschaft“, in der Prof. Dr. Christian Melchers (Leiter Forschungszentrum Nachbergbau) gemeinsam mit Mona Neubaur (Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Frank Dudda (Oberbürgermeister der Stadt Herne) und Prof. Michael Brodmann (Vizepräsident für Forschung und Transfer der Westfälischen Hochschule und Direktor des Westfälischen Energieinstituts) Schritte für die nachhaltige Transformation der Region diskutierten. Der Neubau, die inhaltliche Ausrichtung sowie die Aufgaben des künftigen Transformationszentrum für Georessourcen und Ökologie (TGÖ) in Herne konnten hierbei dem interessierten Publikum aus Politik, Verwaltung, Regionalverbänden und Wissenschaft vermittelt werden.
Fotos: © Judith Büthe / Business Metropole Ruhr
Ebenso wurden die großen Herausforderungen unserer Zeit – wie der Klimawandel, die Erreichung der Klimaziele sowie Standortfaktoren mit der Gewährleistung des Ruhrgebiets als attraktiven Wirtschafts- und Wohnort – thematisiert. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sprach auf dem Podium neben der Erfordernis Ökologie und Ökonomie zusammenzudenken, auch geopolitischen Herausforderungen wie die gegenwärtige Tendenz zur Abkehr von der regelbasierten Weltordnung an.
Prof. Christian Melchers betonte hierbei, wie das TGÖ mit seiner Ausrichtung auf Themen wie den verantwortungsvollen Umgang mit Georessourcen, Ressourcensouveränität, Klimaresilienz und Ökologie, genau aus dieser Ausgangslage heraus lösungsorientiert wirken kann. Der Leiter des FZN stellte weiterhin heraus, wie sehr wir für eine gelingende Energie-, Wärme- und Mobilitätswende auf Georessourcen angewiesen sind – und dementsprechend der ganzheitliche Ansatz des TGÖ in Bezug auf Rohstoffkreisläufe und Rohstoffgewinnung wichtige Impulse für die Region und weit darüber hinaus liefern kann.
Das 5‑StandorteProgramm
Mit dem 5‑StandorteProgramm treibt das Land NRW den Strukturwandel im Ruhrgebiet gezielt voran. Bis 2038 werden innovative Projekte mit bis zu 662 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert.
Ziel sind zukunftsweisende Investitionen und neue Arbeitsplätze auf dem Weg zur grünsten Industrieregion der Welt. Das Programm umfasst die Standorte Duisburg, Gelsenkirchen, Herne, Hamm sowie den Kreis Unna.
Das TGÖ im Überblick
Mit dem Transformationszentrum für Georessourcen und Ökologie (TGÖ) entsteht im Rahmen des 5-StandorteProgramms im FunkenbergQuartier in Herne eine neue Anlaufstelle für Forschung, Transfer und Vernetzung rund um Georessourcen, Nachhaltigkeit und Transformationsprozesse. Das TGÖ ist ein wesentlicher Baustein in der Entwicklung des Quartiers auf einem ehemaligen Industrieareal und stärkt Herne als Wissenschafts- und Bildungsstandort – hat hierbei aber einen weit über die Grenzen NRWs hinausgehenden internationalen Anspruch.
Als wissenschaftlicher Anker soll das TGÖ Impulse für weitere Ansiedlungen aus Forschung und wissensbasierter Wirtschaft setzen. Geplant ist ein fünfgeschossiger Neubau in ressourcenschonender Holzskelettbauweise mit modernen Laboren, flexiblen Arbeitsräumen und offenen Kommunikationsbereichen. Die Inbetriebnahme der Gebäude und Labore soll im ersten Quartal 2030 erfolgen.
Die vier Kompetenzfelder des TGÖ
- Geo & Water Systems
Analyse geoökologischer und hydrogeologischer Systeme in Kontext von Georessourcen - Geospatial Monitoring
Entwicklung innovativer Monitoringmethoden zur Beobachtung von Umwelt- und Landschaftsveränderungen - Georobotics & Geoanalytics
Nutzung digitaler Technologien, Datenanalysen und automatisierter Systeme zur Untersuchung komplexer Georessourcenprozesse - Land Use & Transition
Erforschung nachhaltiger Landnutzung sowie regionaler Transformationsprozesse in Rohstoffregionen
Der Fokus
Ein besonderer Fokus liegt auf den Zukunftsthemen Energietransformation, Klimaanpassung und Umgang mit den Folgen des Bergbaus.
Dazu gehören unter anderem:
- die Nutzung von Grubenwasser als Energie- und Wärmespeicher
- neue Verfahren zur Gewinnung von Wertstoffen
- nachhaltiges Wasser- und Ressourcenmanagement
- innovative Konzepte für die Nachnutzung ehemaliger Bergbauflächen
Das TGÖ bearbeitet damit zentrale Fragen der Ressourcensouveränität, Klimaresilienz und nachhaltigen Regionalentwicklung – mit engem Praxisbezug und dem Ziel, tragfähige Lösungen für Mensch, Natur und Umwelt zu entwickeln.











